FC BPH Inside #10 - Burak Yildiz

Burak Yildiz über seine FC BPH-Rückkehr, Lücken im Defensivverbund und die Trotzreaktion gegen Reher
Artikel vom 26. September 2026
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Mit 21 Punkten aus neun Spielen legt die Zweitvertretung des FC Bad Pyrmont Hagen einen starken Saisonstart hin und mischt ganz oben in der 1. Kreisklasse mit. Nach dem turbulenten 3:4 beim Flutlicht-Krimi gegen Preußen Hameln II steht am Wochenende das Topspiel gegen Germania Reher vor der Tür. Rückkehrer und Schlussmann Burak Yildiz spricht im Interview über seine Gefühle bei der Rückkehr, Stellschrauben in der Abwehr und seine Anweisungen aus dem Sechzehner.
Burak, du bist im Sommer wieder zurück zum FC BPH gewechselt und ihr seid mit 7 Siegen aus 9 Spielen furios in die Saison in der 1. Kreisklasse gestartet. Wie hat sich dein Comeback bisher angefühlt und wie schätzt du die Stärke eurer Mannschaft in dieser Spielzeit ein?
Ich bin auf jeden Fall sehr glücklich, wieder hier zu sein. Mir hat die Atmosphäre innerhalb der Mannschaft einfach gefehlt. Ich kenne viele der Jungs noch aus den vergangenen Jahren und schätze das Team wirklich sehr. Mir gefällt, wie wir Fußball spielen wollen, aber vor allem auch die Loyalität und der Zusammenhalt untereinander. Ich glaube fest daran, dass extrem viel Qualität in unserer Mannschaft steckt. Natürlich haben wir auch schon ein paar Punkte unnötig beziehungsweise unglücklich liegen lassen, aber genau daraus müssen und werden wir lernen. Wir wollen weiter hart an uns arbeiten und uns immer voll und ganz auf das jeweils nächste Spiel konzentrieren.
Am vergangenen Spieltag gab es beim 3:4 gegen Preußen Hameln II im Flutlicht-Krimi die erste knappe Saisonniederlage, obwohl ihr spielerisch feldüberlegen wart. Wie hast du die Partie von hinten erlebt und woran lag es am Ende, dass ihr die Punkte trotz drei eigener Treffer nicht mitnehmen konntet?
Die Niederlage gegen Hameln lag meiner Meinung nach hauptsächlich an uns selbst. Bei den Gegentoren haben wir teilweise einfach geschlafen und waren nicht zu 100 Prozent konzentriert. Dadurch haben wir die Gegentreffer viel zu einfach kassiert – das darf uns in dieser Form eigentlich nicht passieren. In der zweiten Halbzeit haben wir dann nochmal ordentlich aufgedreht, drei Tore erzielt und gezeigt, was eigentlich wirklich in uns steckt. Beim Elfmeter war es für mich persönlich natürlich extrem ärgerlich: Ich war noch dran, konnte ihn aber leider nicht mehr entscheidend abwehren. Insgesamt war es einfach keine gute Leistung von uns als Kollektiv. Aber genau aus solchen Partien müssen wir lernen. Wir haben das intern aufgearbeitet und wollen im nächsten Spiel direkt die richtige Reaktion zeigen.
Mit bereits 41 erzielten Treffern stellt ihr die beste Offensive der Liga und überrollt eure Gegner oft. Für einen Keeper liegt der Fokus aber naturgemäß auf den Gegentoren. Wie zufrieden bist du bisher mit der Abstimmung in eurer Hintermannschaft und was fehlt euch noch zur perfekten defensiven Konstanz?
Grundsätzlich bin ich mit unserer Defensive sehr zufrieden. Gerade in den ersten Spielen standen wir hinten wirklich extrem stabil. Gegen Azadi und jetzt gegen Preußen Hameln haben wir allerdings teilweise sehr ähnliche Gegentore kassiert: Wir standen in manchen Situationen einfach etwas zu hoch, wodurch zu große Lücken entstanden sind, die der Gegner dann eiskalt ausnutzen konnte. Daran müssen wir gezielt arbeiten und in solchen Momenten noch konzentrierter agieren. Trotzdem finde ich, dass wir als Mannschaft und gerade auch defensiv sehr gut aufgestellt sind. Wenn wir über 90 Minuten konzentriert bleiben und kompakt stehen, sind wir nur sehr schwer zu knacken.
Als erfahrener Rückkehrer im Tor geht deine Rolle über das reine Bällehalten hinaus. Wie wichtig ist es für dich, von hinten heraus lautstark Kommandos zu geben, und wie versuchst du, den jüngeren Mitspielern in hektischen Phasen die nötige Ruhe zu vermitteln?
Auch wenn ich nicht der Kapitän bin, habe ich als Torwart naturgemäß die beste Übersicht über das gesamte Spielfeld. Deshalb versuche ich, meinen Mitspielern von hinten so viele und so klare Anweisungen wie möglich zu geben. Mir ist enorm wichtig, dass wir als Mannschaft kompakt stehen und uns gegenseitig unterstützen. Dabei geht es für mich längst nicht nur darum, Gegentore zu verhindern: Von hinten sieht man teilweise auch freie Räume oder Spielsituationen, aus denen wir selbst gefährliche Chancen kreieren können. Am Ende müssen wir als Team durchgehend miteinander kommunizieren – egal ob hinten, im Mittelfeld oder ganz vorne. Wenn das funktioniert, profitieren wir alle davon.
Am Sonntag geht es zu Hause gegen den TSV Germania Reher – einen direkten Verfolger aus der Spitzengruppe. Worauf wird es gegen Reher besonders ankommen, um die Antwort auf die Hameln-Niederlage zu geben und den 2. Tabellenplatz wieder zu erobern?
Ehrlich gesagt ist mir persönlich relativ egal, welcher Gegner am Wochenende auf der anderen Seite steht. Natürlich wissen wir, dass Reher oben mitspielt, und dementsprechend wird das sicherlich kein einfaches Spiel. Aber ich schaue viel lieber auf uns selbst: Ich bin davon überzeugt, dass uns in dieser Liga keine Mannschaft das Wasser reichen kann, wenn wir unser Spiel durchziehen, über 90 Minuten konzentriert bleiben und als Team diese unnötigen individuellen Fehler vermeiden. Wir wissen genau, was wir können und was wir uns unter der Woche im Training erarbeiten. Genau das müssen wir am Sonntag auf den Platz bringen. Nach der Niederlage gegen Hameln wollen wir auf jeden Fall eine Reaktion zeigen und die drei Punkte bei uns zu Hause behalten!
