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Zwischen Kunstrasen, Schneematsch und Turnhalle

Eine Vorbereitung mit Hindernissen

Artikel vom 3. Februar 2026

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    Wenn Fußballromantik bedeutet, den ersten Trainingsball des Jahres unter freiem Himmel zu spielen, dann ist die aktuelle Vorbereitung des FC Bad Pyrmont Hagen eher ein Lehrgang in Sachen Improvisationskunst. Oder anders gesagt: Diese Wintervorbereitung hat bisher mehr Gemeinsamkeiten mit einem Hindernislauf als mit einem klassischen Trainingsplan.

    Der Start war eigentlich vielversprechend. Kurzfristig konnte auf Kunstrasen trainiert werden, die ersten Einheiten liefen ordentlich an, die Beine wurden langsam wieder an die Belastung gewöhnt. Und auch der erste Test gegen den starken Gegner aus Eldagsen machte Mut: Trotz einer 1:3-Niederlage zeigte die Mannschaft eine engagierte Leistung, hielt lange gut mit und bewies, dass sie fußballerisch auf einem ordentlichen Stand ist.

    Doch kaum hatte man das Gefühl, jetzt wirklich im Rhythmus zu sein, meldete sich der Winter mit voller Härte zurück. Schnee, Frost und unbespielbare Plätze sorgten dafür, dass aktuell an Fußballtraining im eigentlichen Sinne kaum zu denken ist. Rasen? Gesperrt. Kunstrasen? Ebenfalls dicht. Der Ball rollt – wenn überhaupt – nur noch symbolisch.

    Stattdessen ist das Team derzeit überall unterwegs, nur nicht dort, wo Fußball normalerweise gespielt wird. Training im Sportheim, Läufe auf der Tartanbahn, Einheiten in der Soccerhalle, Ausweichen in die Sporthalle. Viel Athletik, viel Bewegung, viel Zusammenhalt – aber eben kein klassisches Draußen-Training mit Ball, Spielformen und Positionsspiel.

    Natürlich versucht das Trainerteam, aus der Situation das Beste zu machen. Kondition, Stabilisation, Koordination – alles Dinge, die man jetzt gut bearbeiten kann. Trotzdem bleibt klar: Nichts ersetzt den Fußballplatz. Keine Halle simuliert den ersten Kontakt auf gefrorenem Boden, keinen Zweikampf im Schneematsch, keinen langen Ball gegen den Wind.

    Die Jungs ziehen mit, bleiben fleißig und verlieren trotz der widrigen Umstände nicht den Spaß. Doch die Sehnsucht nach grünem Untergrund und offenen Spielformen wächst von Einheit zu Einheit. Bis dahin heißt es weiter: flexibel bleiben, zusammenrücken und das Beste aus dem machen, was der Winter hergibt.

    Denn wenn diese Vorbereitung eines gezeigt hat, dann das: Der FC Bad Pyrmont Hagen ist bereit, Wege zu gehen – selbst wenn sie aktuell eher über Tartanbahnen, Hallenböden und Schneeränder führen als über den Rasenplatz.